Nagasaki

Heute ging es zum 2ten und hoffentlich letzten Ziel einer Atombombe in der Weltgeschichte: Nagasaki.
Wie in Hiroshima gibt es auch hier einen "Friedenspark" und ein "Atombombenmuseum". Zuerst war ich im Friedenspark, welcher viel kleiner ausfiel als der in Hiroshima, aber dennoch ganz schoen war. Sogar die DDR hat hier eine Statue fuer die Opfer der Atombombe errichten lassen (Westdeutschland nicht!).

Weiter ging es zum Hypozentrum des Atombombenabwurfs, welches heute durch einen Gedenkstein und mehrere konzentrische Kreise markiert wird.

Das Atombombenmuseum war dann wieder eine "schoene" Ausstellung, sogar mit noch mehr schockierenden Fotoaufnahmen aus der Zeit der Atombombe. Dennoch schaffte es das Museum nicht, so viele Emotionen zu transportieren, wie das in Hiroshima. Es fehlt vielleicht auch einfach ein total zerstoertes Gebaeude wie in Hiroshima um einem das Ausmass der Katastrophe so anschaulich wie moeglich zu machen.

Nach einem Mittagessen ging es dann noch zur Insel Dejima, einer Art "hollaendischen Kolonie" in Japan, welche restauriert wurde. Generell muss man sagen, dass Nagasaki der Ort war, der als erstes westliches Gedankengut nach Japan brachte. Zunaechst die angesprochenen Hollaender, die eine abgegrenzte Insel mit eigener Fabrik bewohnten, spaeter dann die Portugiesen, die mit ihren Schusswaffen auch das Christentum nach Japan brachten und begannen, zu missionieren. Als der Einfluss des Westen den Feudalherren zu gross wurde, wurde halt das Christentum einfach wieder verboten und die Christen verfolgt...so einfach ist das. Deswegen gibt es auch ein Denkmal fuer 26 christliche Maertyrer - mittlerweile sind alle davon heilig gesprochen worden.

Heute abend gehe ich vielleicht mal das Nachtleben ausprobieren und danach - sofern es im Irish Pub vor Ort uebertragen wird - Deutschland schauen.

Liebe Gruesse!

1 Kommentar 12.6.08 10:07, kommentieren

Es folgt der Wetterbericht fuer heute Mittwoch, den 11.06.2008

Guten Tag!
Machen Sie heute nicht den gleichen Fehler wie ich und begeben Sie sich am besten nicht aus dem Hotel. Hoeren Sie auf meine Worte, sonst passiert Ihnen vielleicht dasselbe wie mir:

Auf meinem Tagesausflug nach Kumamoto regnete es ununterbrochen (mittlerweile seit 18 stunden ununterbrochen). "Regnen" ist dabei stark untertrieben, es kamen sintflutartige Wassermassen den Himmel herab. Die Strassen Kumamotos waren ueberschwemmt und von den Burgmauern kamen Sturzbaeche herunter, weil selbst die Burg den Wassermassen nicht mehr Stand halten konnte. Die in die Strassen eingelassenen Gleise der Strassenbahn waren nur noch fuer geuebte Augen von Tiefseetauchern zu erkennen. Dementsprechend haette ich heute morgen auf eine Dusche und auf Schuhe verzichten koennen, der Regen durchdrang einfach alles.



Morgen muss das Wetter einfach besser werden...wo soll denn all das Wasser herkommen, was sich hier abregnet???

Gehabet euch wohl!

2 Kommentare 11.6.08 07:11, kommentieren

Insel Miyajima

So, heute ging es von einer Insel zur naechsten: Von Kyushu mit dem Shinkansen zurueck nach Honshu (durch einen der laengsten Bahntunnel der Welt: 19km; die von mir darin gemesse Geschwindigkeit des Shinkansen liegt bei 240km/h) und von Honshu aus mit der Faehre nach Miyajima, dazu musste ich in Hiroshima umsteigen.

Miyajima ist als eine der 3 schoensten Kuestenlandschaften Japans beruehmt und verfuegt darueber hinaus mit dem im Wasser stehenden, riesigen Torii (=Tor) des Itsukushima-Schreins ueber eine weitere tolle Sehenswuerdigkeit.

In etwa so sah es aus, als ich da war



und so koennte es bei einem malerischen Sonnenuntergang aussehen



Und wieder muss man sich den Weg mit diesen gefraesigen Wesen teilen:
(Diesmal fressen sie einem sogar Papier aus der Hand, wodurch eine Schuelerin vor meinen Augen ihr Schulbuch verlor, welches umgehend zerfetzt war ^^)



Den Aufstieg hoch zum Berg Misen (500 Hoehenmeter) habe ich nur halb gemacht - das Wetter war zuuu gut&heiss. So zog ich es vor, etwas in der Sonne zu baden.

2 Kommentare 10.6.08 10:09, kommentieren

Sommer, Sonne, Strand und Meer

Also, wo soll ich anfangen? Achja, gestern:

Da bin ich in den nahe gelegenen Ohori Park gewandert, der sehr schoen angelegt ist und im Uebrigen die Ueberreste der Burg von Fukuoka enthaelt, die aber im Grossen und Ganzen nicht der Rede wert waren. Dann bin ich von dort in die Innenstadt gewandert (lange Laufwege sind mittlerweile ueberhaupt kein Problem mehr fuer mich und Fukuoka hat ja auch "nur" 1,2 Mio Einwohner...winzige Stadt!) und habe mich dort ein wenig von Shop zu Shop durchgeschlagen. Das riesige Einkaufgszentrum "Canal City" war mir dann aber doch zu unuebersichtlich. Zwischen all der Betonwueste fand ich zudem einen Schrein, der ganz nett war.



Lustig war das dort integrierte Pokemon-Center ^^



Als es dann langsam Abend wurde, machte aller Orte die sog. Yatais auf, was mobile Restaurants sind. Kueche, Stuehle etc. sind allesamt in einem kompakten Art Anhaenger verstaut und werden dann am Standort aufgebaut. In genau so einem Yatai as ich dann Tonkotsu-Ramen (Nudelsuppe), was Fukuokas Spzialitaet und Japans beliebteste Ramen-Variante darstellt. Fuer 3Euro zudem auesserst guenstig zu bekommen.



Und heute, nachdem ich erstmal verschlafen hatte, ging es zunaechst zum Handwerksmuseum Fukuokas, was eine ganz urige Ausstellung bot. Danach ging es zu den nahe gelegenen Kushida und Yokuji Schreinen bzw. Tempel - wobei vor allem der Yokuji mit einer 16,1m hohen Buddha-Statue auftrumpft (die aber wohl erst vor ein paar Jahren gemacht wurde).
Von dort ging ich zum Fukuoka Tower, dem 234m hohen Wahrzeichen Fukuokas, der zudem nahe des Yahoo-Dome steht, welcher das Heimstadion der Baseball-Mannschaft Fukuokas darstellt.





Da das Wetter toll ist und es von hier aus nur einen Katzensprung zum Strand (Ostchinesisches Meer, wenn ich nicht irre) ist, bin ich dort hin gegangen und war zum ersten Mal im Wasser. Es war kalt, aber okay. 20 Minuten habe ich es ausgehalten, danach ging es unter die kalte Stranddusche und dann wieder zurueck zum Hotel.

Genau hier, vor dem tollen Panorama ging ich baden:



Liebe Gruesse

4 Kommentare 9.6.08 09:58, kommentieren

Die EM begonnen hat...

...und um wenigstens ein bisschen EM-Atmosphaere im fernen Japan zu bekommen, habe ich mir die erste Halbzeit der Efoeffnungspartie angeschaut (1Uhr bis 1:45Uhr nachts ^^). Circa 10 Spiele kommen laut Muruka im japanischen Free-TV, darunter leider wohl kein Deutsches vor den Viertelfinals (und da komm ich ja heim...)

Und heute morgen bin ich dann in aller Herrgottsfruehe nach Fukuoka aufgebrochen, wo ich mittlerweile eingecheckt bin.

Beste Gruesse!
RibRob

1 Kommentar 8.6.08 06:43, kommentieren

Noch ein halber Tag Kyoto

So, ich melde mich jetzt schon zu Wort, denn ich war heute nur einen halben Tag in Kyoto (muss noch Waesche waschen).

Ich habe Muruka gestern morgen noch angeschrieben, dass ich Samstag nochmal nach Kyoto komme...ich habe naemlich schusseligerweise ihren Schirm mit zu mir nach Osaka verschleppt. Sie hat die Email gluecklicherweise gelesen und mich am Kyotoer Bahnhof zu einem Spaziergang abgeholt. Wegen der EM war sie heute im Schweizer Trikot gekleidet ^^.
Sie ist so eine lebenslustige und warmherzige junge Frau...schon cool :-)
An ihrem Hostel angekommen, hat sie mir dann noch 2-3 Tipps fuer den halben Tag gegeben und wir haben uns endgueltig voneinander verabschiedet :-(
So ging ich noch zum Shimogamo-Schrein, einem weiteren Weltkulturerbe, von denen ich jetzt insgesamt 9 von 17 in Kyoto gesehen habe...
Auf dem Rueckweg ging ich noch am Goethe-Institut vorbei, wo sie ja Deutsch lernt. Die Rezeptionistin konnte Deutsch und liess mich in die Bibliothek. Klein-Deutschland in Japan: Hunderte Filme, tausende Buecher, die neuesten Ausgaben des Spiegel, des Stern und vieler anderer Magazine sowie Deutsche-Welle-TV. Ich nahm mir die Sueddeutsche Zeitung (Hr. Mehne waere stolz auf mich!) und las den EM-Extrateil. Sehr cool ^^

Und morgen gehts nach Fukuoka!

Liebe Gruesse nach Good old Germany!
Robin

3 Kommentare 7.6.08 08:06, kommentieren

Gestern und heute: Kyoto und Hiroshima

So, gestern ging es nochmal nach Kyoto. Zunaechst ging es zum Gingakuji-Tempel ("silberner Pavillon", auch Weltkulturerbe und "Gegenstueck" des Kinkakuji ("goldener Pavillon" von gestern. Leider befindet sich dieser in Reperatur - die anderen Gebaeude und der tolle japanische Garten waren den Besuch aber auf jeden Fall wert. Dann ging es den 2km langen Philosophenweg entlang, welcher eine Spaziergaenger-Route entlang eines idyllischen Baches darstellt. Ich wollte einfach mal auch meine Ruhe von der Stadt und den ganzen Tempeln und Schreinen haben. Trotzdem fuehrte der Weg an mehreren Tempeln vorbei, wobei ich nur den letzten aufgrund seines imposanten Tores besichtigt habe. Nach einem kurzen Mittagessen ging es dann zum Heian-Schrein, wo mich ein alter Japaner (81!!!) auf englisch anspricht. Wir tauschen Adressdaten aus (seine Adresskarte, die er mir geben wollte hat er aber aus seiner Demenz heraus wieder selbst eingesteckt ^^) und er fuehrt mich durch den Garten des Heian Schreins und erklaert mir die Flora. Ganz aussergewoehnlich ist er ein Baptist und lernte ein paar Jahre in Deutschland. Bei seiner Raucherpause spricht mich ganz unvermittelt eine junge Japanerin auf Deutsch an, ob ich Deutscher sei und ob sie mit uns gehen koennte. Beides bejahe ich, was dazu fuehrt, dass sie mich extrem toll und aeusserst fuehrsorglich den ganzen Nachmittag und Abend (!!!) von einer Sehenswuerdigkeit zur anderen fuehrt und mir viele kleine Details erklaert. Sie (Muruka, 21) lernt Deutsch am Goethe-Institut in Kyoto und war auch schon waehrend der WM 2006 in Deutschland. Unsere Sprache bleibt aber zumeist Englisch - ihr Deutsch ist nciht schlecht, beschraenkt sich aber auf einen noch zu kleinen Grundwortschatz.
Sie liess sich von mir nichtmal ueberzeugen, dass, wenn sie mich schon so toll rumfuehrt, ich die Eintrittskarten fuer uns beide zahlen sollte...aber zu einem Kaffe bei Starbucks konnte ich sie noch einladen ^^. Und: Sie liebt Deutsche Filme und ich hab ihr versprochen, "Keinohrhasen" zu schicken - woraufhin sie mich wieder zum Essen einladen wollte, weil sie das ja nicht so annehmen koennte...man, das war stressig, sie davon zu ueberzeugen, dass ich ihr zu danken habe, nicht sie mir...
Kleines Detail am Rande: Auf unserem Weg zum Kiyomizudera-Tempel treffen wir voellig zufaellig auf Federico, den ich ja am Tag zuvor kennengelernt habe. Was fuer ein pures Glueck in der 2,5 Mio Metropole Kyoto...

So, und heute ging es nach Hiroshima. Und das war bisher wohl der beste Tagesausflug den ich gemacht habe, vielleicht auch die beste Erfahrung in ganz Japan bisher. Man steigt von der Strassenbahn am "Atombomben-Dom" aus, dem ehemaligen Praefektur-Gebaeude Hiroshimas, welches als einziges Gebaeude aus der Zeit der Atombombe erhalten ist. Eine totale Ruine, ein stilles Mahnmal,um das eine andaechtige Stimmung herrscht. Viele Tafeln zeigen die verherenden Auswirkungen der Atombombe und man kommt nicht umher, emotional beruehrt zu werden. Im "Friedenspark" dann das "Peace Monument of Children" mit einer tollen Hintergrundgeschichte. Das Maedchen Sadako starb 1956 an Leukaemie durch die Spaetfolgen der Atombombe. Sie glaubte fest daran, dass wenn sie 1000 Origami-Kraniche falten kann, dass sie dann wieder gesund wuerde. Als sie 644 Kraniche fertiggestellt hatte, verstarb sie. Seitdem haben Kinder aus aller Welt Abertausende an Papier-Kraniche gefaltet, welche hier ein stilles Denkmal bilden...
Weiter ging es ins Friedensmuseum, was einem das ganze grausame Ausmass der Atombombe demonstriert. Eine wahrlich bewegende Ausstellung, die aber auch nicht die Schuldrolle Japans ausser Acht laesst. Hut ab...mit das beste Museum der Welt, wuerde ich sagen. Gerade die Video-Dokumentationen der Ueberlebenden sind Gold wert.
In diesem Sinne: "May peace prevail on Earth!"
und
"Es gibt keinen guten Krieg, genauso wie es keinen schlechten Frieden gibt."

1 Kommentar 6.6.08 11:50, kommentieren