Kyoto, oder: kulturelle Superlative

So, heute ging es nach Kyoto. Ich werde mich kurz fassen, denn der Tag ist fuer mich jetzt schon 13 Stunden alt und die hatten es in sich.

Angekommen am Bahnhof versorgte ich mich mit der ueberaus notwendigen Karte Kyotos. Von dort ging es zum Tijo-Tempel, einem von 17 Weltkulturerben Kyotos.



Dann ging es zum Higashi-Honganji und zum Nishi-Honganji Tempel, einer davon wieder Weltkulturerbe.



Von dort ging es zum Kyoto Tower, einem 131 Meter hohen Fernsehturm, dessen Aussichtsplattform aber unverschaemt teuer war und ich deshalb ausgelassen habe.



Nach einem Mittagessen ging es zum Nijo-Schloss, ebenso Weltkulturerbe.



Und dann ging es noch in der Reihenfolge zum Kinkakuji, zum Ryoanji und zum Ninnaji Tempel - alles Weltkulturerben.







Beim Ninnaji traf ich durch mehrere Zufaelle (Schicksal?) Federico, einen in Rheinfelden wohnenden Italiener, der seit 3 Jahren in Deutschland arbeitet und lebt. Sein Deutsch war erstaunlich gut - so beschlossen wir, den Garten des Kaiserpalastes zu besichtigen, sowie ein Eis zu schlemmen. Nach viel, viel Smalltalk, der mal wieder ganz gut tat, musste ich mich aber auch von ihm verabschieden. Vielleicht geht er morgen doch noch nicht nach Nara, sondern besucht nochmal Kyoto - dann ruft er mich an und der Tag wird gemeinsam begangen. Egal wie - es war eine tolle Zeit mit ihm!

Egal, ob Kyoto noch so viel zu bieten hat - nur noch morgen wird Kyoto besucht, vielleicht auch noch uebermorgen einen halben Tag - aber das muss kulturell erstmal reichen. Jeder Tempel ist schoen und auf seine Art einzigartig - aber bei 6 Tempeln am Tag verliert sich irgendwo der Reiz.

Kyoto ist im Uebrigen auch sonst weit schoener als Osaka...

2 Kommentare 4.6.08 12:59, kommentieren

Himeji und was der Tag noch so alles brachte...

Heute ging es nach Himeji - mit dem Hikari Shinkansen in weniger als 35Min (rund 100km!).
Wie schon in Matsumoto ist dort das einzig interessante die Burg - aber die hat es in sich. UNESCO-Weltkulturerbe, groesste Burg Japans, innen weitestgehend im urspruenglichen Zustand und Schauplatz der TV-Serie Shogun, die vielleicht einige kennen.



Wieder musste ich mehrer Waelle bezwingen, bevor es mit Schlappen als Schuhe muehsam 6 Stockwerke hoch und runter ging. Das Ganze dauerte dann aber doch nur 1,5 Stunden, wodurch ich beim Mittagessen im Bahnhof (in Japan ist es ziemlich egal, wo man isst - man wird nirgends abgezockt, sei die Lage des Restaurants auch touristisch ultra guenstig) entschieden habe, noch ins 70km entfernte Okayama zu gehen, wofuer ich eigentlich einen eigenen Tagesausflug angedacht hatte. Dort steht auch eine Burg - recht klein, aber sehr fein und vor allem von aussen sehr schick.



Neben der Burg ist in Okayama noch der Korakuen-Garten, ein japanischer Garten, interessant - und hier war der Garten zu besichtigen. Sehr schoene japanische Gartenarbeit!!!

 

Da vom Tag noch immer einiges uebrig war, ging es nach Kurashiki (weiter 15min Fahrt). Das ist eine kleine Stadt (400.000 Einwohner) mit historisch erhaltenem Stadtkern, der von einem Bach durchzogen wird, auf dem Gondel gefahren werden kann. Waeren die ganzen, wunderschoenen, alten japanischen Haeuser nicht alle in touristische Verkaufsbuden mutiert wuerde man sich hier echt wie im alten Japan fuehlen. Eine ganz andere Erfahrung, als das "bisherige" Japan. Sehr toll!

Bis zum naechsten Eintrag: Machts gut!

1 Kommentar 3.6.08 12:48, kommentieren

Nara, die Wiege Japans

Heute ging es nach Nara (Zug ca. 40min). Nara ist Japans antike Hauptstadt (von 710-784) und hat deswegen einige interessante Kulturgueter aus der Zeit. Unter anderem befinden sich in Nara und Umgebung 7 Unesco-Weltkulturerben, darunter sowohl das groesste Holzgebaeude der Welt als auch das aelteste Holzgebaeude der Welt (2 verschiedene).
So kam ich heute auch an insgesamt 4 Weltkulturerben, bestehend aus Tempeln und Schreinen vorbei. Mit mir zwaengten sich allerdings unzaehlige Schulklassen durch die Tempel...

 

 

Interessant an Nara sind die heiligen Hirsche, die dort zwischen den Tempeln und Menschenmassen frei umher spazieren und auch gefuettert werden koennen. War ich gestern so nah an einem Walhai wie nie zuvor, so war ich heute nur 30cm von einem Hirsch mit praechtigem Geweih entfernt. Auch eine ganz interessante Erfahrung.



Als es dann heute Nachmittag wieder anfing, wie aus Kuebeln zu schuetten, habe ich schnell den Heimweg angetreten - durchnaesst aber gluecklich!
Liebe Gruesse!

6 Kommentare 2.6.08 09:38, kommentieren

Osaka, die Zweite

Auch heute ging es wieder durch Osaka.
Zunaechst wollte ich den Keirakuen Garten besuchen, welcher allerdings nicht zu besuchen war, weil er scheinbar Teil des Tennoji-Zoos ist, welcher Sonntags geschlossen hat. Dann gings zum Tsutenkaku Tower, der recht schoen war und vor allem in einer netten Gegend voller kleiner Laeden und Restaurants liegt.

Von dort aus ging es nach Den Den Town, dem Akihabara Osakas, also der Elektronik-Einkaufsmeile. Hier schlug natuerlich mein Videospielherz hoeher...
Weiter ging es mit dem Einkaufsbummel durch Japans groesste unterirdische Einkaufspassagen. Stellt euch ungefaehr vor, die stuttgarter Innenstadt sei unterirdisch, dann habt ihr etwa die Dimensionen der unterirdischen Einkaufspaassagen Osakas vor euch. Schier unglaublich!
Aber damit nicht genug: Vorbei am riesigen Apple-Store Osakas ging es nach America-mura, dem Stadtteil Osakas, wo "The American Way of Life" gelebt wird. Amerikanische Haeuser, freakige Jugendliche und japanische Produkte treffen hier aufeinander. Seeeehr skuril!

Und dann ging es noch in eines der grossten Aquarien der Welt. Erbaut auf einer aufgeschuetteten Insel (wo auch sonst?), kann der Besucher Walhaie, Delfine, weisse Haie und andere riesige Meerestiere hautnah bestaunen. Der Eintritt ist mit 12euro nicht gerade billig,aber es hat sich auf jeden fall gelohnt!

3 Kommentare 1.6.08 12:10, kommentieren

Osaka

So, nach meinem Eintrag gestern ging es auch schon los, den groessten Teil der Kulturstaetten Osakas einen Besuch abzustatten.

Da waere als erstes der Shitennoji Tempel gewesen, die hoechste religioese Staette Osakas, zu dem am Neujahrsfest jaehrlich 3 Mio Leute pilgern, um fuer ein gutes neues Jahr zu beten. Von aussen ist der Tempel schon beeindruckend und auch innen beherbergt er einige grosse, schoene Buddha-Statuen und Wandgemaelde.

Weiter ging es mit der Burg Osakas, dem Wahrzeichen Osakas. Diese thront wahrlich ueber der Stadt, denn der Park um die Burg hat es schon in sich. 3 riesige Verteidigungswaelle und 2 Wassergraeben galt es fuer mich zu ueberwinden, bis ich am Fusse der Burg angekommen war. Dort ging es auch noch mal einen letzten Verteidigungswall zum Eingang hinauf, wo mich ein 8-stoeckiges Museum erwartete. Vom 8ten Stock hat man einen tollen Ausblick auf Osaka.
Interessant sind die ganzen fliegenden Haendler rund um die Burg, die gegen Nachmittag ihre Staende oeffnen und geroestete Kastanien, Okonomiyaki, Yakitori und Oktopus-Baellchen anbieten.

Vom Burg-Park war es nur ein Katzensprung bis zum Osaka Geschichtsmuseum, wo ueber 5 Stockwerke die Geschichte Osakas von der Antike bis ins fruehe 20te Jahrhundert nachverfolgt werden kann. Hierbei ist der nachgebaute Naniwa-Palast besonders schoen gewesen - denn von dem gibt es kaum nennenswerte archaeologische Ueberreste mehr.

Von dort ging ich auf den koreanischen Markt in Osaka, der dem Asia Markt in Prag aehnelt - nur das Lebensmittel statt Waffen angeboten werden...
In engen Marktgassen ging es mit tausenden Menschen an skurrilen, kleinen Staenden vorbei...schon lustig ^^

Als es dann allmaehlich Abend wurde ging ich noch nach Dotombori, dem Viertel mit der auffaelligsten Leuchtreklame Osakas. Total anders als in Tokyo, aber auch sehr nett...wenn auch natuerlich alles viel kleiner ^^

3 Kommentare 1.6.08 01:32, kommentieren

Angekommen in Osaka

So, bin in Osaka eingecheckt und sitze nun in einem benachbarten Hotel am Internet-Terminal. Mein Hotel ist verdammt guenstig (1700Yen oder 11Euro pro nacht) aber das merkt man ihm auch an. Alles recht heruntergekommen...
Aber die 8 Naechte, die ich hier bin, werde ich auch rum kriegen. Letztendlich brauche ich mein Hotel nur zur Gepaeckaufbewahrung, zum Duschen und zum Schlafen. Dafuer sollte es reichen...

Bis bald, liebe Gruesse
Robin

31.5.08 05:09, kommentieren

Ein paar Kuriositaeten ;-)

- In Tokyo hatte ich ein Kissen gefuellt mit ungekochtem Reis

- Mein Bett in Nagoya ist so kurz, dass selbst ich leicht ans Bettende stosse

- Gestern bin ich mit einem Diesel-Schnellzug, der wahrlich einen Russfilter vertragen koennte, in den Naturpark gefahren!!!

ーIn keiner offentlichen Toilette Japans hat es bisher etwas zum Haende abtrocknen gegeben

-Die meisten japanischen WCs sind Plumpsklos und gar nicht Hightech, wie immer gesagt wird. Erst hier im Hotel in Nagoya habe ich eine Toilette mit beheizter Klobrille, mit Musik um gewisse Geraeusche zu uebertoenen und mit verschiedenen Wasserstrahlen, um den Allerwertesten nass zu reinigen...Hammer!

- Oeffentliche Muelleimer gibt es so gut wie keine. Schuld daran ist die komplizierte Muelltrennung in Japan...

- Schuluniformen gibt es ab dem Kindergarten, der in Japan auch wirklich Kindergarten heisst

- Der Kiosk Besitzer, von dem ich ein Manga Magazin (was man zugegebenermassen ueberall kaufen kann) gekauft habe (1,60euro) hat mich noch Tage danach dankend gegruesst

- Es gibt kostenloses Wasser oder Tee oder Kaffee zum Essen...so viel man will

- Einmal kam tatsaechlich ein Japaner auf mich zu und fragte mich May I help you?

- In Tokyo kam es tatsaechlich einmal dazu, dass Bahnangestellte mit weissen Handschuhen genau an meiner Tuer die Massen in die U-Bahn druecken mussten...ich werde nie wieder eine Bahn in Deutschland als voll bezeichnen!

1 Kommentar 31.5.08 01:19, kommentieren