Archiv

Osaka

So, nach meinem Eintrag gestern ging es auch schon los, den groessten Teil der Kulturstaetten Osakas einen Besuch abzustatten.

Da waere als erstes der Shitennoji Tempel gewesen, die hoechste religioese Staette Osakas, zu dem am Neujahrsfest jaehrlich 3 Mio Leute pilgern, um fuer ein gutes neues Jahr zu beten. Von aussen ist der Tempel schon beeindruckend und auch innen beherbergt er einige grosse, schoene Buddha-Statuen und Wandgemaelde.

Weiter ging es mit der Burg Osakas, dem Wahrzeichen Osakas. Diese thront wahrlich ueber der Stadt, denn der Park um die Burg hat es schon in sich. 3 riesige Verteidigungswaelle und 2 Wassergraeben galt es fuer mich zu ueberwinden, bis ich am Fusse der Burg angekommen war. Dort ging es auch noch mal einen letzten Verteidigungswall zum Eingang hinauf, wo mich ein 8-stoeckiges Museum erwartete. Vom 8ten Stock hat man einen tollen Ausblick auf Osaka.
Interessant sind die ganzen fliegenden Haendler rund um die Burg, die gegen Nachmittag ihre Staende oeffnen und geroestete Kastanien, Okonomiyaki, Yakitori und Oktopus-Baellchen anbieten.

Vom Burg-Park war es nur ein Katzensprung bis zum Osaka Geschichtsmuseum, wo ueber 5 Stockwerke die Geschichte Osakas von der Antike bis ins fruehe 20te Jahrhundert nachverfolgt werden kann. Hierbei ist der nachgebaute Naniwa-Palast besonders schoen gewesen - denn von dem gibt es kaum nennenswerte archaeologische Ueberreste mehr.

Von dort ging ich auf den koreanischen Markt in Osaka, der dem Asia Markt in Prag aehnelt - nur das Lebensmittel statt Waffen angeboten werden...
In engen Marktgassen ging es mit tausenden Menschen an skurrilen, kleinen Staenden vorbei...schon lustig ^^

Als es dann allmaehlich Abend wurde ging ich noch nach Dotombori, dem Viertel mit der auffaelligsten Leuchtreklame Osakas. Total anders als in Tokyo, aber auch sehr nett...wenn auch natuerlich alles viel kleiner ^^

3 Kommentare 1.6.08 01:32, kommentieren

Osaka, die Zweite

Auch heute ging es wieder durch Osaka.
Zunaechst wollte ich den Keirakuen Garten besuchen, welcher allerdings nicht zu besuchen war, weil er scheinbar Teil des Tennoji-Zoos ist, welcher Sonntags geschlossen hat. Dann gings zum Tsutenkaku Tower, der recht schoen war und vor allem in einer netten Gegend voller kleiner Laeden und Restaurants liegt.

Von dort aus ging es nach Den Den Town, dem Akihabara Osakas, also der Elektronik-Einkaufsmeile. Hier schlug natuerlich mein Videospielherz hoeher...
Weiter ging es mit dem Einkaufsbummel durch Japans groesste unterirdische Einkaufspassagen. Stellt euch ungefaehr vor, die stuttgarter Innenstadt sei unterirdisch, dann habt ihr etwa die Dimensionen der unterirdischen Einkaufspaassagen Osakas vor euch. Schier unglaublich!
Aber damit nicht genug: Vorbei am riesigen Apple-Store Osakas ging es nach America-mura, dem Stadtteil Osakas, wo "The American Way of Life" gelebt wird. Amerikanische Haeuser, freakige Jugendliche und japanische Produkte treffen hier aufeinander. Seeeehr skuril!

Und dann ging es noch in eines der grossten Aquarien der Welt. Erbaut auf einer aufgeschuetteten Insel (wo auch sonst?), kann der Besucher Walhaie, Delfine, weisse Haie und andere riesige Meerestiere hautnah bestaunen. Der Eintritt ist mit 12euro nicht gerade billig,aber es hat sich auf jeden fall gelohnt!

3 Kommentare 1.6.08 12:10, kommentieren

Nara, die Wiege Japans

Heute ging es nach Nara (Zug ca. 40min). Nara ist Japans antike Hauptstadt (von 710-784) und hat deswegen einige interessante Kulturgueter aus der Zeit. Unter anderem befinden sich in Nara und Umgebung 7 Unesco-Weltkulturerben, darunter sowohl das groesste Holzgebaeude der Welt als auch das aelteste Holzgebaeude der Welt (2 verschiedene).
So kam ich heute auch an insgesamt 4 Weltkulturerben, bestehend aus Tempeln und Schreinen vorbei. Mit mir zwaengten sich allerdings unzaehlige Schulklassen durch die Tempel...

 

 

Interessant an Nara sind die heiligen Hirsche, die dort zwischen den Tempeln und Menschenmassen frei umher spazieren und auch gefuettert werden koennen. War ich gestern so nah an einem Walhai wie nie zuvor, so war ich heute nur 30cm von einem Hirsch mit praechtigem Geweih entfernt. Auch eine ganz interessante Erfahrung.



Als es dann heute Nachmittag wieder anfing, wie aus Kuebeln zu schuetten, habe ich schnell den Heimweg angetreten - durchnaesst aber gluecklich!
Liebe Gruesse!

6 Kommentare 2.6.08 09:38, kommentieren

Himeji und was der Tag noch so alles brachte...

Heute ging es nach Himeji - mit dem Hikari Shinkansen in weniger als 35Min (rund 100km!).
Wie schon in Matsumoto ist dort das einzig interessante die Burg - aber die hat es in sich. UNESCO-Weltkulturerbe, groesste Burg Japans, innen weitestgehend im urspruenglichen Zustand und Schauplatz der TV-Serie Shogun, die vielleicht einige kennen.



Wieder musste ich mehrer Waelle bezwingen, bevor es mit Schlappen als Schuhe muehsam 6 Stockwerke hoch und runter ging. Das Ganze dauerte dann aber doch nur 1,5 Stunden, wodurch ich beim Mittagessen im Bahnhof (in Japan ist es ziemlich egal, wo man isst - man wird nirgends abgezockt, sei die Lage des Restaurants auch touristisch ultra guenstig) entschieden habe, noch ins 70km entfernte Okayama zu gehen, wofuer ich eigentlich einen eigenen Tagesausflug angedacht hatte. Dort steht auch eine Burg - recht klein, aber sehr fein und vor allem von aussen sehr schick.



Neben der Burg ist in Okayama noch der Korakuen-Garten, ein japanischer Garten, interessant - und hier war der Garten zu besichtigen. Sehr schoene japanische Gartenarbeit!!!

 

Da vom Tag noch immer einiges uebrig war, ging es nach Kurashiki (weiter 15min Fahrt). Das ist eine kleine Stadt (400.000 Einwohner) mit historisch erhaltenem Stadtkern, der von einem Bach durchzogen wird, auf dem Gondel gefahren werden kann. Waeren die ganzen, wunderschoenen, alten japanischen Haeuser nicht alle in touristische Verkaufsbuden mutiert wuerde man sich hier echt wie im alten Japan fuehlen. Eine ganz andere Erfahrung, als das "bisherige" Japan. Sehr toll!

Bis zum naechsten Eintrag: Machts gut!

1 Kommentar 3.6.08 12:48, kommentieren

Kyoto, oder: kulturelle Superlative

So, heute ging es nach Kyoto. Ich werde mich kurz fassen, denn der Tag ist fuer mich jetzt schon 13 Stunden alt und die hatten es in sich.

Angekommen am Bahnhof versorgte ich mich mit der ueberaus notwendigen Karte Kyotos. Von dort ging es zum Tijo-Tempel, einem von 17 Weltkulturerben Kyotos.



Dann ging es zum Higashi-Honganji und zum Nishi-Honganji Tempel, einer davon wieder Weltkulturerbe.



Von dort ging es zum Kyoto Tower, einem 131 Meter hohen Fernsehturm, dessen Aussichtsplattform aber unverschaemt teuer war und ich deshalb ausgelassen habe.



Nach einem Mittagessen ging es zum Nijo-Schloss, ebenso Weltkulturerbe.



Und dann ging es noch in der Reihenfolge zum Kinkakuji, zum Ryoanji und zum Ninnaji Tempel - alles Weltkulturerben.







Beim Ninnaji traf ich durch mehrere Zufaelle (Schicksal?) Federico, einen in Rheinfelden wohnenden Italiener, der seit 3 Jahren in Deutschland arbeitet und lebt. Sein Deutsch war erstaunlich gut - so beschlossen wir, den Garten des Kaiserpalastes zu besichtigen, sowie ein Eis zu schlemmen. Nach viel, viel Smalltalk, der mal wieder ganz gut tat, musste ich mich aber auch von ihm verabschieden. Vielleicht geht er morgen doch noch nicht nach Nara, sondern besucht nochmal Kyoto - dann ruft er mich an und der Tag wird gemeinsam begangen. Egal wie - es war eine tolle Zeit mit ihm!

Egal, ob Kyoto noch so viel zu bieten hat - nur noch morgen wird Kyoto besucht, vielleicht auch noch uebermorgen einen halben Tag - aber das muss kulturell erstmal reichen. Jeder Tempel ist schoen und auf seine Art einzigartig - aber bei 6 Tempeln am Tag verliert sich irgendwo der Reiz.

Kyoto ist im Uebrigen auch sonst weit schoener als Osaka...

2 Kommentare 4.6.08 12:59, kommentieren

Gestern und heute: Kyoto und Hiroshima

So, gestern ging es nochmal nach Kyoto. Zunaechst ging es zum Gingakuji-Tempel ("silberner Pavillon", auch Weltkulturerbe und "Gegenstueck" des Kinkakuji ("goldener Pavillon" von gestern. Leider befindet sich dieser in Reperatur - die anderen Gebaeude und der tolle japanische Garten waren den Besuch aber auf jeden Fall wert. Dann ging es den 2km langen Philosophenweg entlang, welcher eine Spaziergaenger-Route entlang eines idyllischen Baches darstellt. Ich wollte einfach mal auch meine Ruhe von der Stadt und den ganzen Tempeln und Schreinen haben. Trotzdem fuehrte der Weg an mehreren Tempeln vorbei, wobei ich nur den letzten aufgrund seines imposanten Tores besichtigt habe. Nach einem kurzen Mittagessen ging es dann zum Heian-Schrein, wo mich ein alter Japaner (81!!!) auf englisch anspricht. Wir tauschen Adressdaten aus (seine Adresskarte, die er mir geben wollte hat er aber aus seiner Demenz heraus wieder selbst eingesteckt ^^) und er fuehrt mich durch den Garten des Heian Schreins und erklaert mir die Flora. Ganz aussergewoehnlich ist er ein Baptist und lernte ein paar Jahre in Deutschland. Bei seiner Raucherpause spricht mich ganz unvermittelt eine junge Japanerin auf Deutsch an, ob ich Deutscher sei und ob sie mit uns gehen koennte. Beides bejahe ich, was dazu fuehrt, dass sie mich extrem toll und aeusserst fuehrsorglich den ganzen Nachmittag und Abend (!!!) von einer Sehenswuerdigkeit zur anderen fuehrt und mir viele kleine Details erklaert. Sie (Muruka, 21) lernt Deutsch am Goethe-Institut in Kyoto und war auch schon waehrend der WM 2006 in Deutschland. Unsere Sprache bleibt aber zumeist Englisch - ihr Deutsch ist nciht schlecht, beschraenkt sich aber auf einen noch zu kleinen Grundwortschatz.
Sie liess sich von mir nichtmal ueberzeugen, dass, wenn sie mich schon so toll rumfuehrt, ich die Eintrittskarten fuer uns beide zahlen sollte...aber zu einem Kaffe bei Starbucks konnte ich sie noch einladen ^^. Und: Sie liebt Deutsche Filme und ich hab ihr versprochen, "Keinohrhasen" zu schicken - woraufhin sie mich wieder zum Essen einladen wollte, weil sie das ja nicht so annehmen koennte...man, das war stressig, sie davon zu ueberzeugen, dass ich ihr zu danken habe, nicht sie mir...
Kleines Detail am Rande: Auf unserem Weg zum Kiyomizudera-Tempel treffen wir voellig zufaellig auf Federico, den ich ja am Tag zuvor kennengelernt habe. Was fuer ein pures Glueck in der 2,5 Mio Metropole Kyoto...

So, und heute ging es nach Hiroshima. Und das war bisher wohl der beste Tagesausflug den ich gemacht habe, vielleicht auch die beste Erfahrung in ganz Japan bisher. Man steigt von der Strassenbahn am "Atombomben-Dom" aus, dem ehemaligen Praefektur-Gebaeude Hiroshimas, welches als einziges Gebaeude aus der Zeit der Atombombe erhalten ist. Eine totale Ruine, ein stilles Mahnmal,um das eine andaechtige Stimmung herrscht. Viele Tafeln zeigen die verherenden Auswirkungen der Atombombe und man kommt nicht umher, emotional beruehrt zu werden. Im "Friedenspark" dann das "Peace Monument of Children" mit einer tollen Hintergrundgeschichte. Das Maedchen Sadako starb 1956 an Leukaemie durch die Spaetfolgen der Atombombe. Sie glaubte fest daran, dass wenn sie 1000 Origami-Kraniche falten kann, dass sie dann wieder gesund wuerde. Als sie 644 Kraniche fertiggestellt hatte, verstarb sie. Seitdem haben Kinder aus aller Welt Abertausende an Papier-Kraniche gefaltet, welche hier ein stilles Denkmal bilden...
Weiter ging es ins Friedensmuseum, was einem das ganze grausame Ausmass der Atombombe demonstriert. Eine wahrlich bewegende Ausstellung, die aber auch nicht die Schuldrolle Japans ausser Acht laesst. Hut ab...mit das beste Museum der Welt, wuerde ich sagen. Gerade die Video-Dokumentationen der Ueberlebenden sind Gold wert.
In diesem Sinne: "May peace prevail on Earth!"
und
"Es gibt keinen guten Krieg, genauso wie es keinen schlechten Frieden gibt."

1 Kommentar 6.6.08 11:50, kommentieren

Noch ein halber Tag Kyoto

So, ich melde mich jetzt schon zu Wort, denn ich war heute nur einen halben Tag in Kyoto (muss noch Waesche waschen).

Ich habe Muruka gestern morgen noch angeschrieben, dass ich Samstag nochmal nach Kyoto komme...ich habe naemlich schusseligerweise ihren Schirm mit zu mir nach Osaka verschleppt. Sie hat die Email gluecklicherweise gelesen und mich am Kyotoer Bahnhof zu einem Spaziergang abgeholt. Wegen der EM war sie heute im Schweizer Trikot gekleidet ^^.
Sie ist so eine lebenslustige und warmherzige junge Frau...schon cool :-)
An ihrem Hostel angekommen, hat sie mir dann noch 2-3 Tipps fuer den halben Tag gegeben und wir haben uns endgueltig voneinander verabschiedet :-(
So ging ich noch zum Shimogamo-Schrein, einem weiteren Weltkulturerbe, von denen ich jetzt insgesamt 9 von 17 in Kyoto gesehen habe...
Auf dem Rueckweg ging ich noch am Goethe-Institut vorbei, wo sie ja Deutsch lernt. Die Rezeptionistin konnte Deutsch und liess mich in die Bibliothek. Klein-Deutschland in Japan: Hunderte Filme, tausende Buecher, die neuesten Ausgaben des Spiegel, des Stern und vieler anderer Magazine sowie Deutsche-Welle-TV. Ich nahm mir die Sueddeutsche Zeitung (Hr. Mehne waere stolz auf mich!) und las den EM-Extrateil. Sehr cool ^^

Und morgen gehts nach Fukuoka!

Liebe Gruesse nach Good old Germany!
Robin

3 Kommentare 7.6.08 08:06, kommentieren